DAS VERMÄCHTNIS

So fing alles an.

Mit einer forschen Idee zu einzigartigen Live Escape Rooms fing im Frühjahr 2016 alles an. Um unsere Visionen verwirklichen zu können, mieteten wir auf einer Auktion eine alte Lagerhalle in der Essener Max-Keith-Straße an und begannen kurz darauf mit den ersten Planungen. Doch es kam alles anders …

Am 11. September 2016 wurde uns durch eine Speditionsfirma ein riesiger Schiffscontainer unbekannter Herkunft zugestellt. Es gab weder Informationen über den Auftraggeber noch über den Inhalt. Da die Lieferung vollständig bezahlt war, wurde das mysteriöse Behältnis in die Halle verbracht und wir machten uns neugierig an die Öffnung. Doch das Brechen des etwas altertümlich anmutenden Siegels warf mehr Fragen als Antworten auf. Eine Vielzahl an Gemälden, Büsten, Büchern, Möbeln und vermutlich archäologischen Ausgrabungsstücken aus den unterschiedlichsten Epochen und Kulturen dieser Erde fanden sich darin. Darüber hinaus entdeckten wir in kunstvoll verzierten Kisten einen Familienstammbaum eines uralten französischen Adelsgeschlechtes, die De La Poers, deren Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurückreicht und erst Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts abreißt. Ferner bargen wir einige ominöse Gästebücher und Plakate aus dem Staub – allesamt unterschiedlichen Niederlassungen einer Autohotelkette namens Motel Escape zugehörig, die in den Goldenen Zwanzigern und nachfolgenden Dekaden in den USA großen Anklang fanden. In einigen filigran gearbeiteten Schatullen, deren Schlösser sich nur über komplizierte Schließmechanismen öffnen ließen, lagerten zudem zahllose Film- und Tonbandaufnahmen, Schriftstücke, Briefe und Tagebücher eines gewissen Morten Delapore, der diese zu seinen Lebzeiten – in erster Linie allerdings vornehmlich in den späten Dreißigern und durch die Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts hinweg – verfasst und angefertigt hatte.

Unsere Neugier war geweckt. Wer waren diese De La Poers und im Speziellen Morten Delapore (…) selbst? Es verging ein knappes Jahr, um all die obskuren Objekte des Nachlasses zu sichten und teilweise auch analysieren zu lassen – mit oft verwunderlichen und immer wieder auch verstörenden Ergebnissen.

Jedoch sollte es noch weitaus unheimlicher werden. Bei den Umbauarbeiten in unserer Lagerhalle fanden wir Ungereimtheiten in den Grundrissplänen. Schließlich rissen wir eine alte Mauer nieder und entdeckten dahinter alte Räumlichkeiten, die gut und gerne über 100 Jahre alt sein dürften. Dort entdeckten wir neben einer Reihe uralter Aufzeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs eine handschriftliche Notiz eines Zustellungsauftrages für einen Schiffscontainer aus den USA an die hiesige Adresse mit Zieldatum 11.09.2016. Der Verfasser hatte ein „Delapore-Nachlass“ hinzugekritzelt. Das konnte kein Zufall sein!

Beflügelt von den eigenartigen Geschehnissen verbanden sich unsere eigenen Visionen und Ideen zu einzigartigen Live Escape Rooms mit der Historie Morten Delapores. Wir wollten sein Vermächtnis in unseren Hallen neu auferstehen lassen. Je tiefer wir in seine Geschichte und die seiner Familie einstiegen, desto mehr fühlten wir uns von Morten fremdgesteuert. Es war, als wären wir die Werkzeuge, die er benutzte, um sein Erbe und seine Absichten fortzuführen. Doch so unheimlich diese Aneinanderreihung von Ereignissen häufig auch sein mochte, so zugetan nahmen wir uns der Aufgabe an und schufen das Motel Escape. Gemeinsam mit abenteuerlustigen Spielern hoffen wir die Geheimnisse Mortens lüften zu können und bewegende und einzigartige Erlebnisse schaffen.