In der Nacht des 07. Juli 1939 lief nichts nach Plan im Burwash Correctional Centre. Kaum hatte sich die Dunkelheit über das Gefängnis im dicht bewaldeten Sudbury District von Ontario gelegt, schrillten die Alarmglocken – und in dem daraus resultierenden Chaos gelang dem verurteilten Einbrecher Edgar Tucker aus Winnipeg eine mysteriöse Flucht.

Was genau in der Burwash Farm, wie die Menschen der Region die Einrichtung nannten, an jenem Abend geschah, bleibt wohl für immer ein Rätsel. In der geheimen militärischen Forschungseinrichtung, die Teil des Gefängnisses mit seiner vielfach gelobten Wiedereingliederungsstrategie war, wurde aus bis heute unklaren Gründen Großalarm ausgelöst. Sirenen heulten, Wachmänner rannten aufgeregt durch die Gänge und Schüsse hallten durch die Nacht.

Es herrschte Aufregung in den einzelnen Gefängnisblöcken und dem weitläufigen Areal, genug Aufregung, dass der Gefangene Edgar Tucker aus seiner Zelle in Block C entkommen konnte. Aber weniger spektakulär als die Flucht des Insassen selbst ist das „wie“. Die Zellentür blieb nachweislich während der fraglichen Stunden geschlossen und einen anderen Fluchtweg gab es nicht. Edgar Tucker verschwand wie ein Geist, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.

In den vergangenen Jahren mehren sich die Theorien, dass Edgar Tucker gar nicht aus seiner Zelle entkam, sondern Opfer der Versuche auf dem Gelände wurde und heute als rachsüchtiger Geist durch die modrigen Gänge der Einrichtung spukt. So oder so bleibt sein Verschwinden ominös, denn von seinem Verbleib gibt es bis heute keinerlei Spuren.