Als im September 1917 das erste Motel Escape südlich des Grand Lake in Louisiana eröffnet wurde, war der Grundstein für ein einzigartiges Autohotelkonzept gelegt worden. Die Besonderheiten des Etablissements waren nicht einfach nur die faszinierende Bauweise und die für die Region außergewöhnliche Architektur, sondern in erster Linie dessen kulturelle Ausrichtung. Die einzelnen Flügel des Gebäudes waren unterschiedlichen Themengebieten und Epochen zugeordnet. So konnten Besucher beispielsweise in der „Suite d‘Inquisition“ oder im „Chambre de Notre Dame“ nächtigen (in jenen Tagen war Französisch als Zweitsprache in der Region recht weit verbreitet) und dabei eine Reihe von Kunstwerken betrachten, Erzählungen und Gedichte lesen oder sogar düsteren Aufführungen beiwohnen. Denn Morten Delapore war ein expressiver Künstler, der nicht nur zahlreiche Gemälde im Anwesen selbst gezeichnet, sondern auch eine Vielzahl von verstörenden Kurzgeschichten und Versen verfasst hatte, die von Komparsen als besondere Attraktion vorgetragen oder gesungen wurden – oftmals zu fremdartigen Melodien. Auch die Statuen und Büsten, Feuerspeier und Basreliefs, die das Motel zierten, wurden nicht selten vom eingewanderten Gastgeber mit den eigenen Händen geschaffen.

Morten Delapore selbst bekamen die Gäste jedoch nur dann und wann zu Gesicht. Er schien vor allem Nachtspaziergänge zu lieben und wanderte oft stundenlang durch die unheimlichen Sümpfe des Umlandes. Tagsüber wiederum soll er sich häufig in seinem Atelier im Keller des Anwesens aufgehalten haben. Menschen, die ihm begegnet waren, beschrieben ihn jedoch stets als freundlich und gebildet, wenngleich zurückhaltend. Aber dennoch haftete seinen markanten Zügen auch eine gewisse Mystik an, die gleichwohl als faszinierend wahrgenommen wurde.