Im Jahre 1915 tauchte ein hagerer, kahlköpfiger Mann mit fremdländischem Akzent in dem kleinen, verschlafenen Nest Grand Chenier, Louisiana, USA auf und kaufte für eine horrende Summe ein Stück Land im Osten südlich des Grand Lake.  Der aus Wales stammende Einwanderer Morten Delapore ließ eine dort am Rande des 143 Meilen langen Highways 82 stehende Kirchenruine namens Old Creak von seinen aus der Heimat mitgebrachten Männern zu einem ungewöhnlichen Motel aus- und umbauen.

Beinahe zwei Jahre arbeiteten die Fremden dort – vor den neugierigen Blicken der Einheimischen durch hohe Holzzäune verborgen –, um am 11. September 1917 endlich das Motel Escape zu eröffnen. Der gewaltige Gebäudekomplex aus dunklem Stein lockte mit seinem fast schon sakralen Charme in kürzester Zeit etliche Neugierige, Touristen und Durchreisende an und wurde bis nach New Orleans hin zum Gesprächsthema.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges zog es sogar Menschen aus der Alten Welt, vor allem aus Frankreich und England, in das sagenumwobene Motel. Und dies war der Auftakt zu einer der erfolgreichsten und einzigartigsten Autohotel-Ketten der Welt. Bis 1949 hatte der exzentrische Waliser dreizehn Motel Escapes in den USA und Kanada eröffnet.

Jedes Motel hatte seine eigenen Geschichten, eine individuelle Ästhetik und oft unterschiedliche Angebote – jedes einzelne war aber auf eine ungewöhnliche Weise einzigartig. So waren auch die Mythen, die sich um die Etablissements rankten. Dieser Hauch des Extravaganten lockte auch namhafte Größen wie den britischen Okkultisten und Schriftsteller Aleister Crowley an.